Sylt. Die Tipps.

Mit einer Größe von nicht einmal hundert Quadratmetern scheint Sylt in jeder Hinsicht überschaubar zu sein. Doch der Schein trügt: Ob die vielen Facetten der Natur oder die unterschiedlichen Charaktere der Inselorte, ob reizvolle Sehenswürdigkeiten oder Veranstaltungen aller Couleur, ob Sportangebote oder Freizeiterlebnisse, ob Shopping-Vielfalt oder das vielseitige Spektrum der Gastronomie – angesichts der Fülle attraktiver Angebote kann man schnell mal das eine oder andere übersehen. Nachfolgend möchten wir Ihnen einige Urlaubstipps geben, die Ihnen vielleicht sogar als Sylt-Kenner noch unbekannt sind.

 

Spazieren am Watt

So schön Sylts weite Strände fraglos sind – auch die Ostküste entlang des Wattenmeers lockt mit herrlichen Spazierwegen. Etwa auf dem idyllischen Pfad zwischen dem Munkmarscher Hafen und der Keitumer Kirche.

 

Radeln am Deich

Sylt bietet ideale Möglichkeiten für Radfahrer – eine der schönsten Strecken finden Sie im Sylter Osten: Zehn Kilometer lang trennt dort der Nössedeich das Wattenmeer vom Land ab und ebenso lang ist der Asphaltweg am Fuße des Deichs.

Am Eidum-Wäldchen südlich von Westerland beginnen Sie Ihre Tour. Zunächst passieren Sie das Kleine Rantum-Becken, idyllisch von Schilf umsäumt und Rastplatz vieler Vögel. Kurz darauf erstreckt sich dann weithin das Wattenmeer. Im Rhythmus von Ebbe und Flut verändern sich die Lebensbedingungen für die hier lebenden Tiere und Pflanzen alle paar Stunden aufs Neue.

In Höhe von Keitum können Sie – den Picknickkorb nicht vergessen! – eine Rast einlegen und den Blick schweifen lassen. Der Nössedeich selbst wurde übrigens erst 1938 fertig gestellt. Bis dahin war das Hinterland den Sturmfluten hilflos ausgeliefert – immer wieder stand das Wasser in den Dörfern.

Am Ende des Deichs in Morsum angekommen, bietet sich Ihnen ein Panoramablick auf den Hindenburgdamm, und auch die Windkraftanlagen auf dem Festland sind gut zu erkennen. Falls Sie nun nicht mehr genug Puste für den Rückweg haben: Am Morsumer Bahnhof können Sie Ihr Fahrrad wahlweise im Zug nach Westerland mitführen oder den Fahrradanhänger eines Linienbusses – die Haltestelle ist am Bahnhof – nach Westerland nutzen.

 

Eine delikate Führung

Diese Wanderung macht Appetit: Während der Saison offeriert die Kurverwaltung List regelmäßig Führungen unter fachkundiger Leitung, die durch das Wattenmeer zu den Lister Austernbänken führen. Dort reifen auf einem Areal der Größe von fast 40 Fußballfeldern alljährlich eine Million Austern heran.

Die Austernzucht hat auf Sylt eine lange Tradition – schon vor tausend Jahren ließ der dänische König Knut der Große englische Schalentiere vor Nordfrieslands Küste ansiedeln. Die Sylter kreuzten mit kleinen Booten durch das Wattenmeer und sammelten die Austern mit so genannten Streicheisen vom Meeresboden auf: Ein schweres Eisengeflecht schleifte über den Grund und brach die Austern los. Diese fielen dann in ein Netz, das hinter dem Streicheisen befestigt war. Hamburger und Bremer Kaufleute, Adel und Königshäuser ließen sich die frischen Austern schicken, die in mit Seewasser gefüllten Holzfässchen auf die Reise gingen. Und auch heute noch ist sie in aller Munde: Die Sylter Auster.

 

Ein tierisches Vergnügen für die ganze Familie

In den Tinnumer Wiesen ist die ganze Welt zu Gast. Sie kommen aus Vietnam und aus Afrika, aus Grönland und aus Südamerika, aus der Tundra und der Mongolei. Sie grunzen und schnauben, sie zwitschern und blöken. Eine große Familie von rund 300 Tieren lebt hier auf einer Fläche von 30.000 Quadratmetern friedlich beieinander. Zusammen mit einem vielfältigen Bewuchs von Blumen und Bäumen bildet der Tierpark ein kleines Paradies, in dem es sich für ein paar Stunden wohlig von der Hektik des Alltags abschalten lässt.

 

Zu Besuch bei den Namenlosen

In der Westerländer Innenstadt, unweit der geschäftigen Fußgängerzone, liegt an der Ecke Elisabethstraße/Käpt’n-Christiansen-Straße ein kleines Grundstück, das Sie sich einmal näher anschauen sollten. 53 schlichte, hölzerne Kreuze stehen da auf gepflegtem Rasen, rosenumrankt. Es ist ein Friedhof, doch kein gewöhnlicher – es ist ein Friedhof der Heimatlosen. Jedes der Kreuze, die da in stummer Reihe die Gräber zieren, gibt Kunde von einem Schicksal, das niemand kennt. Nur die Daten der Beerdigungen und die Name der Strände, an denen man die Toten fand, sind auf den namenlosen Kreuzen vermerkt.

Über die Jahrhunderte hinweg hatten die Sylter angespülte Leichen gleich und ohne Umstände in den Dünen nahe der Stelle verscharrt, wo sie an den Strand gespült wurden. Erst 1855 ließ ein Strandvogt den Friedhof der Heimatlosen 1855 anlegen – der sich damals übrigens noch vor den Toren Westerland befand. Am 3. Oktober 1855 wurde der erste Sarg in die Erde versenkt, 1905 der letzte Tote zu Grabe getragen – 53 an der Zahl, darunter nur eine Frau.

 

Fernsicht in Hörnum

Nehmen Sie doch mal an einer Leuchtturm-Führung teil und erleben Sie die Insel aus einer ganz neuen Perspektive. Möglich ist dies in Hörnum, wo der rot-weiße Leuchtturm Schiffen seit 1907 den rechten Weg weist. Jeweils bis zu zehn Personen können dabei sein, wenn der Leuchtturmführer die steile Treppe erklimmt. Vom Maschinenraum geht es vorbei an einem ehemaligen Klassenzimmer: Zwischen 1914 und 1933 beherbergte das Hörnumer Wahrzeichen die kleinste Schule Deutschlands, die zeitweilig von nur zwei Kindern besucht wurde.

Eine Etage höher befindet sich heute das Trauzimmer – hier haben sich seit der ersten Trauung 2003 mehr als 1500 Paare getraut. Vorbei an historischen Fotografien des alten Hörnum geht es die Wendeltreppe weiter hinauf, denn das Beste kommt zum Schluss. Nach 129 Stufen winkt den Besuchern die Belohnung – ein Panoramablick. Unten liegen der Hafen und Hörnum, im weiten Blau des Meeres sind die Nachbarinseln Föhr und Amrum gut zu sehen, in der anderen Richtung zeichnet sich in der Ferne schwach die Silhouette des Westerländer Kurzentrums ab.

 

Mit einem PS über die Insel

Mit einem Ausritt können Sie nicht nur bei Ihrer Tochter mächtig punkten, sondern auch selbst einen Ausflug der besonderen Art genießen. Reiterhöfe in den Ortschaften Braderup, Keitum, Morsum und Tinnum bringen Pferdefreunde auf Trab. Besonders beliebt sind die Ausritte in kleinen Gruppen entlang des Keitumer Wattenmeers, aber auch am Weststrand zwischen Westerland und Rantum. Gut zwei Stunden lang geht es im Trab und Galopp durch die urwüchsige Natur.

Wer’s gemächlicher mag, der kann auch eine Kutschfahrt durch Keitum unternehmen. Während der Saison zockelt eine Pferdekutsche an den Wochenenden mit zwei Pferdestärken geruhsam durch das malerische Friesendorf. Abfahrt vom Parkplatz am Ortseingang Keitum jeden Sonntag stündlich von 11 bis 15 Uhr.

Wo brennt’s denn?

Aufgrund seiner exponierten Lage kann Sylt mit jeder Menge Superlative aufwarten – so unter anderem auch mit Deutschlands nördlichstem Feuerwehrmuseum. Und dieser Typus von Museum ist dünn gesät. Betrieben wird das Museum von den Sylter Feuerwehren und in dem historischen Keitumer Gebäude, das 1911 als Spritzenhaus für die Feuerwehr erbaut worden war, fand es einen idealen Platz.

Zwischen April und Oktober können Gäste jeden Dienstag zwischen 10.30 und 13 Uhr bei freiem Eintritt auf Zeitreise gehen, wobei ihnen altgediente Sylter Feuerwehrmänner als Museumsführer zur Seite stehen.

Bei der Restaurierung des markanten Gebäudes – unter anderem wurden dabei auch die beiden Torbögen an der Ostseite des Spritzenhauses restauriert, durch die einst Kutschen zur Brandbekämpfung ausrückten. Auf 60 Quadratmetern Ausstellungsfläche zeigen alte Uniformen, Helme, Fotos und Ausrüstungsgegenstände ein Jahrhundert Feuerwehrgeschichte. Ob eine Handdruckspritze der Keitumer Wehr aus dem Jahre 1880 – eines der ältesten Ausstellungsstücke – oder eine kostbare Tellersammlung mit Motiven von Feuerwehr-Fahrzeugen, ob Fotografien oder Uniformen, Schläuche oder Handlampen – hier erwartet die Besucher eine immense und dabei wohl geordnete Vielfalt. Für kleine (und erwachsene) Jungen ein echter Hingucker.

 

Kunst. Hand. Werk.

In den Sylter Ostdörfern sind sie zuhause, die kreativen Geister: Kunsthandwerker schaffen das Besondere. In Keitum findet man besonders viele dieser kleinen Werkstätten und Läden, doch lohnt ebenso ein Abstecher nach Morsum und Munkmarsch. Dass die Töpfer und Weber, die Goldschmiede und Glasbläser, die Seifensieder und Lederveredler dem Sylter Osten so verbunden sind, ist kein Zufall: Die ländliche Idylle und die lauschigen Orte bieten einen adäquaten Rahmen, wie er besser kaum sein könnte.

 

Brauchtum unterm Galgen

Wenn zwischen Mai und August im Sylter Osten an den Wochenenden so genannte Galgen errichtet werden, so schlägt dort nicht etwa Verbrechern das letzte Stündlein. Das einzige, was am „Galgen“ baumeln wird, ist ein winziger Messingring. Diesen aus dem Galopp mit einer Lanze aufzuspießen, ist die Aufgabe der Sylter Ringreiterinnen und Ringreiter. Acht Vereine – fünf Männerclubs und drei Amazonenriegen – pflegen diesen Sport, der an mittelalterliche Ritterspiele erinnert und auf der Insel bereits seit 1861 gute Tradition ist.

Die Ringreitturniere erfreuen sich nicht nur bei Einheimischen, sondern auch bei Gästen großer Beliebtheit. Unkundige Zuschauer werden dabei von einem Moderator auf dem Laufenden gehalten. Für das leibliche Wohl ist am Rande der Turnierplätze bestens gesorgt, und da mit Musik bekanntlich alles besser geht, wird jede Veranstaltung von einem Musikverein untermalt.

 

Sport

Golf

Für alle, die es lieben, den Ball mit einem Schläger in der Natur zu bewegen, bietet Sylt auf kleinstem Platz beachtliche 4 Golfplätze an. Hie ist für jeden Golfenthusiasten etwas dabei.

Marine Golf-Club

Flughafen 69 • Tinnum
Tel.: +494651927575
www.sylt-golf.de

Golf-Club Sylt e.V.

Golfplatz • Wenningstedt-Braderup
Tel.: +49 4651 9959810
www.golfclubsylt.de

Golf Club Budersand Sylt e.V.

Fernsicht 1 • Hörnum
Tel.: +49 4651 4492710
www.budersand.de

Golfclub Morsum auf Sylt e.V.

Uasterhörn 37 • Morsum
Tel.: +49 4651 890387
www.golf-morsum.de

Wassersport

Wer das feuchte Element liebt, wird auf Sylt mit seinen fast 100 km Küstenlinie mit Sicherheit fündig. Kiten, Surfen, Wellenreiten, Segeln, Stand-Up-Paddling… Für jede Vorliebe wird etwas geboten

Jan’s Wassersportschule in List

Mobile Surf-Station • Ellenbogen
Tel.: +49 175 20 55 494
www.wassersport-sylt.de

Surfschule Wenningstedt

Dünenstraße 14 • Wenningstedt-Braderup
Tel.: +49 4651 957037
www.suedkap-surfing.de

Surfschule Sunset Beach

Brandenburger Straße 15 • Westerland
Tel.: +49 4651 27172
www.sunsetbeach.de

Surfschule Meerspass

Dorfhotel Rantum • Hafenstraße 1 • Rantum
Tel.: +49 4651 46090
www.meerspass.info

Surfschule Syltsurfing

Dorfhotel Rantum • Heefwai 4 • Munkmarsch
Tel.: +49 4651 935007
www.syltsurfing.de

Norden Surfschule

Angelo Schmitt • Am Strand, Hörnum • Bushaltestelle Möskental/ K4
Tel.: +49 173 2001120
www.norden-surfboards.de

Radfahren

Die schönsten Strecken der Insel sind nicht mit dem Auto zu befahren. Mit der Fahrradkarte der Gemeinde Sylt entdecken Sie das Rantum Becken, die Dünenlandschaften Kampens oder die Wiesen und Felder im Osten der Insel. Ob Mountainbike, E-Bike, Tandem oder das klassische Hollandrad, bei diesen Anbietern sind finden Sie garantiert ihren richtigen fahrbaren Untersatz.

Bike & Sport Infocenter

Strandstr. 32, Westerland
Tel.: +49 4651 998260
www.insel-sylt.de/e-bike-vermietung.html

Bruno Fahrradverleih

Friesische Straße 26, Westerland
Tel.: +49 170 2935431
www.brunorad-sylt.de

EBIKE Sturmflotte

Stephanstr. 8, Westerland
Tel.: +49 172 2356938
www.ebikesturmflotte.com

mietrad Sylt

Kirchenweg 7a, Westerland
Tel.: +49 4651 3509300
www.mietrad-sylt.de

Leksus

Westerland

  • Norderstr. 42,
  • Lorenz de Hahn Str. 23,
  • Bismarkstr. 9,
  • Keitumer Chaussee 26,
  • Norderstr. 11

Tel.: +49 4651 835000
www.leksus-fahrradverleih.de

Fahrradverleih Kristall

Kjerstr. 14, Westerland
Tel.: +49 4651 299 792
www.facebook.com/pg/fahrradverleihkristall